PREISVERGABE

28.11.15

11.00-14.00 Hamburger Bahnhof

 

Liebe BDK-Mitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Sie diesmal zur Auseinandersetzung mit aktueller Kunst innerhalb eines Workshops mit Monika Rohloff ein. Für die BDK-Mitglieder werden die Workshop-Kosten übernommen.

AUSSTELLUNG ZUM PREIS DER NATIONALGALERIE 2015 IM HAMBURGER BAHNHOF
Vier Arbeiten der Gegenwartskunst sind ausgestellt, eine ist prämiert. Wem vergeben Sie den Preis?

Innovative künstlerische Ansätze, eindrückliche Werke und das Potential, der Kunst neue Perspektiven zu eröffnen – die Arbeiten sind so radikal wie nie zuvor, sagt die Nationalgalerie. Alle KandidatInnen arbeiten multimedial, genreübergreifend, besucherorientiert. Aber gerade das macht sie verschieden wie Äpfel und Birnen, geradezu unvergleichbar, meint das Kunstmagazin "Monopol". Also nicht beurteilbar?

Bruce Nauman hat den Museumsbesuchern 1974 eine Art "mentales Experiment" vorgeschlagen, "Body Pressure". Sich diese Übung genauer anzusehen, kann doppelt nützlich sein.

Zum einen zeigt sie beispielhaft, wie sich im 20. Jahrhundert die Aufmerksamkeit der bildenden Künstler vom fertigen Produkt auf den Prozess des künstlerischen Handelns verschoben hat. Die Faktoren des Kunsthandelns – Künstler, Zeit, Raum, Betrachter, Kunstwerk – erhielten ein neues Gewicht. Standen früher das Künstler- wie auch das Betrachtersubjekt dem Kunstobjekt als etwas Drittem geradezu fremd gegenüber, verändert die Hereinnahme aller beteiligten Komponenten ins Werk die künstlerische Produktion entscheidend, macht die alten Bestimmungen fraglich.

Zum andern ergibt das den Verfahrensvorschlag für diese Erkundung: die aktuellen Werke nach der Gewichtung dieser Faktoren zu unterscheiden. Jedes Kunstwerk stellt Situationen her, in der sich Kunstsubjekte und -objekte in bestimmter Weise zueinander verhalten können. Die Unterscheidung ergibt zunächst kein Besser oder Schlechter, Gut oder Böse. Es gibt Aufschluss über die Methoden. Und führt auch zur Frage, wer welchen Anteil an der Kontrolle über die ästhetische Erfahrung hat. Das betrifft nicht nur die Künstler, Rezipienten, Mitakteure, sondern schlussendlich auch die Institution Museum, die KuratorInnen und die Kunstvermittlung.

In einer gruppeninternen Abstimmung über die Preisvergabe können die Kriterien der Jury mit den eigenen Ansprüchen und Wünschen an die aktuelle Kunst konfrontiert werden.

Monika Rohloff

Anmeldung bis zum 24.11.15 unter: katja.frick@kabelmail.de 

Angebot für eine Fortbildung

 

Liebe BDK-Mitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

auf Grund vieler Nachfragen bietet der BDK in diesem Jahr wieder eine Veranstaltung zum dezentralen Abitur in Kunst an.

Es geht um Informationen über formale Vorgaben, Aufgabenarten und ihre Konstruktion und die Arbeit an Beispielen bzw. den Austausch über Ihre Vorschläge.

Diese Fortbildung findet am 10.10.2015, 10.00-14.00 in 14467 Potsdam, Helmholtz-Gymnasium, Kurfürstenstraße 51 statt. Bitte beachten Sie die Adresse, nach wie vor ist es das Ausweichquartier in der Nummer 51, auf dem hinteren Hof, im Container, Raum Nr. C1.

Eine Anmeldung erfolgt bis zum 2.10.15 über das Fortbildungsnetz unter der Nummer:

15N300501

 

Als Portfolio wird pädagogisch gemeinhin eine Sammlung von Schülerarbeiten bezeichnet, die unter aktiver Beteiligung der betreffenden Schülerinnen und Schüler zustande gekommen ist und etwas über ihre Lernergebnisse und Lernprozesse aussagt, vergleichbar mit einem Lerntagebuch. Den Kern eines Portfolios bilden Originalarbeiten, die von den Schülerinnen und Schülern selbst reflektiert werden. Anhand dieser Portfolios finden in der Folge Gespräche über Lernen und Leistung statt. Für die Erstellung eines Portfolios werden in der Regel gemeinsam Ziele und Kriterien formuliert, an denen sich die Schülerinnen und Schüler orientieren können, wenn sie für ihr Portfolio arbeiten und eine Auswahl von Dokumenten zusammenstellen.

Den Lernenden bietet die Portfolioarbeit den Vorzug, persönliche Wahlmöglichkeiten hinsichtlich eines Themas, des eigenen Vorgehens bzw. einer künstlerischen Arbeitstechnik zu erhalten und somit eigenen Interessen nachzugehen. Dies kann sehr motivierend wirken.

Im Brandenburger Grundschulrahmenlehrplan für das Fach Kunst ist die Arbeit mit Portfolios verbindlich verankert und wird vor allem im Zusammenhang mit der Leistungsbewertung als erweitertes Verfahren angeführt. Durch die langfristige Arbeit mit dem Portfolio lernen Schülerinnen und Schüler, ihren Lernfortschritt selbst einzuschätzen und zu dokumentieren.

Dem Lehrenden bietet die Portfolioarbeit die Möglichkeit, Zugang zu sonst eher unsichtbaren Erfahrungen und Gedanken der Schüler zu erhalten und eine Kommunikation über Ideenfindung und Gestaltungsprozesse anzuregen. Auf diese Weise können auch Widerstände oder Irritationen, Fehler und Irrtümer als Lernchance aufgegriffen und der Umgang mit den Stärken und Schwächen geschult werden.

Das Besondere eines Künstlerischen Portfolios liegt neben der inhaltlichen Ausrichtung in der bewussten ästhetischen Gestaltung desselben. Da die Schülerinnen und Schüler bei der Portfolioarbeit gewöhnlich sehr viel Engagement und Einsatz zeigen, ist diese Form zumeist verbunden mit einer würdigenden Präsentation vor einer größeren Öffentlichkeit (z. B Eltern, andere Klassen, Besucher). Auf diesem Weg wird Leistung sichtbar gemacht und die Präsentationskultur einer Schule weiter entwickelt.

Doch auf welche Art steige ich nun mit meiner Klasse in die komplexe Materie ein? Wie können Künstlerische Portfolios überhaupt aussehen? Welche künstlerischen Themen eignen sich? Welche Aufgabenformate und Impulse passen? Was und wie kann und/oder sollte zu welchem Zweck dokumentiert und reflektiert werden? Was muss ich bei der Unterrichtsgestaltung beachten?

 

Am 22. November 2014 bot ein Workshop des BDK-Brandenburg die Möglichkeit, eine erste Annäherung an das Thema zu schaffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Schulstufen setzten sich im nagelneuen Gebäudeteil der Katholischen Marienschule Potsdam mit diesem Thema vier Stunden lang auseinander und entwickelten Ideen für eigene Unterrichtsvorhaben. Zunächst unternahmen die Teilnehmer eine Entdeckungsreise in das Land der Möglichkeiten und Anforderungen des Künstlerischen Portfolios in Form eines visualisierten Vortrags unterlegt mit Praxiserfahrungen der Vortragenden.

 

Anschließend begann die Praxisphase. Ausgehend von unterschiedlichen (Material)-Impulsen – vom Stofftier bis zu Künstlerporträts – wurden erste Assoziationen und Ideen für ein noch zu planendes Unterrichtskonzept entwickelt. Paare bzw. Kleingruppen fanden sich zusammen und einigten sich auf ein verbindendes Thema sowie eine Klassenstufe. Um auch ansatzweise eine künstlerisch-praktische Arbeit zu ermöglichen und der Erstellung eines Künstlerischen Portfolios nachzuspüren, sollte der Arbeitsprozess der gemeinsamen gedanklichen Auseinandersetzung in Form eines ästhetisch gestalteten Ideensammelheftes dokumentiert werden, welches zum Abschluss zu präsentieren war. Für die kreative Umsetzung standen vielfältige Materialien und Malwerkzeuge zur Verfügung. Auch Fragestellungen zur Reflexion des Prozesses, des aktuellen Standes sowie des möglichen weiteren Vorgehens waren zu bearbeiten.

Aufgrund der großen Komplexität des Themas begann zunächst ein konzentriertes individuelles Betrachten, Befühlen, Wühlen und Grübeln der Gegenstände und ausgelegten Materialien. Es folgten zarte partnerschaftliche Annäherungen, die in eine intensive Austausch- und Arbeitsphase übergingen. In deren Verlauf wurde viel nachgedacht, diskutiert, gezeichnet, geklebt, geformt und gebunden, so dass wie zu erwarten höchst unterschiedliche Ergebnisse entstanden. Diese wurden in der abschließenden Präsentation erläutert und setzten zum Teil spontan sprudelnde Weiterentwicklungen in Gang. Nach vier Stunden lebhafter Arbeit gingen die meisten mit Köpfen voller Ideen und Konzepte angeregt nach Hause.

 
 

 

 

Daniela Schultz, Kunstlehrerin an der Katholischen Marienschule Potsdam
Beate Klein, Kunstlehrerin an der Grundschule Menschenskinder in Schönwalde

ZUR AUSSTELLUNG "WALL WORKS" IN DEN RIECKHALLEN DES HAMBURGER BAHNHOFS

Der Ausstellungsrundgang mit Frau Monika Rohloff ergab sehr unterschiedliche Einblicke in die Entstehung, Sprache und Rezeption der großen Wandarbeiten.

Durch das von ihr bereitgestellte Arbeitsmaterial boten sich den Teilnehmern abwechselnde Zugänge zu den Werken und interessante Aha-Effekte. Die Diskussionen an Hand des erarbeiteten Materials waren bereichernd.

Einer weiteren Zusammenarbeit mit

M O N I K A R O H L O F F | K U N S T V E R M I T T L U N G – K U N S T V E R H A N D L U N G

und dem BDK-Brandenburg steht nichts im Wege.

Katja Frick

 

Was finde ich diskutierens- und bearbeitenswert?


Eine Gattung – verschiedene künstlerische Positionen*. Die Ausstellung führt vor, was sich Künstlerinnen und Künstler seit den 1960er Jahren auf, an, vor, neben und in der Wand haben einfallen lassen, wie sie die Wand malerisch und skulptural definiert und auf den Umraum bezogen haben. An möglichst konträren Beispielen können wir das Spezifische der jeweiligen Position herausarbeiten.

Die Edition als Kunstform. Das ist für mich am spannendsten an dieser Ausstellung: Im Zentrum stehen Arbeiten, die für die Edition Schellmann entwickelt wurden. Die Nationalgalerie hat einen Satz erworben und präsentiert eine erste Auswahl, die sie mit Werken ihrer Sammlungen und einigen eigens für diese Ausstellung produzierten zusammenbringt.

Wandarbeiten als Edition – wie soll das gehen? Wie lassen sich ortsspezifische Arbeit und Auflagenproduktion vereinbaren? Was geschieht mit den Arbeiten nach Beendigung der Ausstellung?

Ein Blick auf die zur Edition gehörigen Unterlagen wie Zertifikat, Ausführungsbestimmung, Computersimulation der Arbeit in verschiedenen Räumen kann Aufschluss geben. Und als Muster für die Formulierung eigener Ideen genutzt werden.

Die weißen Wände des Kunstraums. Viele der in dieser Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler haben sich kritisch mit dem Galerie- und Museumsraum auseinandergesetzt, einige von ihnen in der Hoffnung, ihm für immer zu entkommen. Ihr Umgang mit den Widersprüchen innerhalb zeitgenössischer Produktion und Präsentation von Kunst steht auch zur Debatte.

Der weibliche Blick. In einige Arbeiten lassen sich Anspielungen auf spezifisch weibliche, häusliche Tätigkeiten und Umgebung finden.

Die Gattung Wandmalerei ist uralt. Sie gehört zu den ältesten Aktivitäten unserer Kultur, ist so alt wie die Kunstgeschichte selbst. Sich das ins Gedächtnis zu rufen kann vielleicht den Blick auf die Werke der Gegenwart schärfen.

Die Ausstellung zeigt eine Vielfalt von Auseinandersetzungsformen mit der Wand.

Aber was kam bis jetzt noch gar nicht vor? Und was sind Ihre Ideen?

 

* Positionen aus Minimal und Concept Art, Arte Povera, Gender, Graffiti, Body Art und anderen Strömungen sind durch Werke von Daniel Buren, Hanne Darboven, Ceal Floyer, Günter Förg, Katharina Grosse, Donald Judd, Jannis Kounellis, Imi Knoebel, Sherrie Levine, Sol LeWitt, Sarah Morris, Bruce Nauman, Matt Mullican, Blinky Palermo, Michelangelo Pistoletto, Rosemarie Trockel, Lawrence Weiner und weitere KünstlerInnen vertreten.

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